, Hertig Jörg

Stellungnahme der IG Zweitheimische Graubünden

Sehr geehrter Herr Regierungspräsident
Sehr geehrter Herr Regierungsrat

Da wir im Rahmen unseres letzten Gesprächs im Oktober 2019 eine direkte regelmässige Kommunikation zwischen Regierung und Zweitheimischen vereinbart haben, erlauben wir uns eine direkte Kontaktaufnahme mit Ihnen. Wir konnten mit Freude verfolgen, dass das Thema Zweitheimische in den vergangenen Monaten vermehrt auf der politischen Agenda im Kanton Graubünden erschienen ist, so auch in den geplanten Präsidentenkonferenzen aller 11 Regionen (siehe Medienmitteilung vom 10. Feb. 2020).

Der Corona-Virus hat in vielen Aspekten ein Durcheinander gebracht und ein aktives Krisenmanagement verlangt.

So erfolgte anfangs April ein Aufruf verschiedener Kantone inkl. des Kantons GR, abgestimmt auf die Kommunikation des Bundesrates, möglichst am Erstwohnungsstandort zu bleiben und kein Osterwochenende im Tessin oder in den Bergen zu verbringen.

Dazu erfolgte via die Bündner Gemeinden der Aufruf sich zu melden,  wenn man als Zweitheimischer vor Ort ist, was von vielen Gemeinden und Tourismusorganisationen mit Augenmass umgesetzt wurde.

Dies wurde auch von der IG Zweitheimische Graubünden aktiv unterstützt, indem die Aufrufe auf den Homepages der Vereine aufgeschaltet oder sogar aktiv an die Mitglieder verschickt wurden und zudem via Medien positiv zu den Massnahmen Stellung bezogen wurde. Es war allen Beteiligten zu diesem Zeitpunkt klar, dass das Gesundheitssystem möglichst zu schonen (d.h. den Patientenanfall möglichst gering zu halten) und die gefährdeten Personen zu schützen sind. Dies scheint u.E. sehr gut gelungen zu sein.

Doch nun folgt die Phase der Aufhebung des Lock-downs.

Hier steht der Tourismus an vorderster Stelle und muss sich auf Grund der Rahmenbedingungen auf inländische Gäste fokussieren. Dazu gehören natürlich auch die Zweitwohnungsbesitzer als Stammgäste und Botschafter ihrer Region/Gemeinde.

Es ist nun davon auszugehen, dass die Hotels wieder vermehrt öffnen werden, um die kommenden Wochenenden (Auffahrt und Pfingsten) bereits umsatzmässig nutzen zu können, da Wellness und sonstige Hotelangebote wieder den Hotel-Gästen zugänglich sein dürfen.

Daher ist es befremdlich, wenn eine spezifische, aber für den Start sehr wichtige Gästegruppe noch einer Meldeplicht unterstehen soll, während andere Gästegruppen bereits wieder für einen Aufenthalt motiviert werden wie z.B. mit der Gutschein-Aktion von Arosa Tourismus und Gemeinde Arosa.

Wir fordern deshalb, dass diese Meldepflicht umgehend aufgehoben wird, da sie in der jetzigen Phase (beginnende Aufhebung des Lock-downs) rechtsstaatlich bedenklich und unverhältnismässig ist.

Wir sind gespannt auf Ihr Feedback zum weiteren Vorgehen und freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

 

Freundliche Grüsse

Markus Blass, Medienverantwortlicher

Im Namen des Auschuss IG Zweitheimische Graubünden